Freitag, 30. April 2010

Die Frage der Woche #8

"Was bringt das eigentlich alles?"

Diese Frage wurde mir immer wieder gestellt. Auch als Vegetarierin hatte ich damit zu kämpfen, dass viele es einfach nicht nachvollziehen können, eine Einstellung ernst zu nehmen und täglich aufs neue zu leben. Erst diese Woche hat mich jemand gefragt. "Was bringts?" war der genaue Wortlaut, als ich über meine Aneigung der Doku "Die Bucht - the Cove" gesprochen habe.
Und auch in anderen Situationen wurde ich das schon oft grfragt. Meißtens dann, wenn meinem Gegenüber nichts anderes mehr eingefallen ist.

Nun natürlich kann man als einzelne Person auf den ersten Blick nicht viel erreichen. Gerade für Außenstehende, für die alleine schon "die Umstellung" ein "furchtbarer" Aufwand ist, gewichtet immer wieder das Argument, "dass das doch alles nichts bringt." Das stimmt so nicht ganz. Wenn man es genau betrachtet, kann man als einzelne Person schon was tun bzw. man bewirkt etwas. Denn der Verbraucher bestimmt den Markt und wenn in den letzten Jahren die Zahl der Vegetarier/innen und Veganer/innen nicht gestiegen wäre, dann gäbe es Produkte wie Tofu, Sojamilch, Reismilch, Hafermilch, Yofu, Veggi-Fleischersatz etc. längst nicht in jedem gut sortierten Supermarkt.

Und auch als einzelne Person kann man mit einem Fleischverzicht beispielsweise Tiere retten. Viele sagen "die werden doch eh geschlachtet", allerdings sieht das nur auf den ersten Blick danach aus. Statikstiken zufolge hat beispielsweise ein durchschnitts-Amerikaner bis ca. zu seinem 70. Lebensjahr 11 Kühe, 23 Schweine, 1100 Hühner, 3 Lämmer und Schafe gegessen (Quelle) .
Selbst wer nicht an Statistiken glaubt, kann immer noch von sich behaupten, dass man selbst eben nichts mit dem Tierleid zu tun hat.
Das ist für mich auch ganz wichtig: dass ich von mir sagen kann, ich unterstütze es nicht. Selbst wenn ich der einzige Mensch auf der Welt wäre, würde ich mir nicht lächerlich vorkommen, denn ich für mich, für mein Gewissen, weiß, dass ich kein Tierleid erzeuge und nicht mitverantwortlich bin.

Verantwortlich fühle ich mich natürlich trotzdem und deshalb scheue ich mich auch nicht, den ein oder anderen Rat zu geben, wenn jemand vom ach so tollen Steak spricht.
Es sind immer Minderheiten die etwas bewegen, selbst bei der Befreiung der Sklaven und beim Feminismus gabe es anfangs kleine Gruppen, langsame Prozesse, doch am Ende hat es sich ausgezahlt.

Ich denke, es ist einfach wichtig ein Bewusstsein zuschaffen, für das, was auf der Welt tagtäglich wirklich passiert und dass das Steak eben nicht aus der Tiefkühltheke kommt. Es hat gelebt, es hatte ein Gesicht und konnte Schmerzen fühlen wie du und ich. Die Verhinderung des Todes eines gleichwertigen Lebewesens sollte jede "Anstrengung" wert sein.

In diesem Sinne,
einen schönen Abend =)


P.S.: Ach wie freue ich mich, dass es morgen schlechtes Wetter geben soll, vielleicht wird ja der ein oder andere Leichengrill weniger angeschmissen ;)

Kommentare:

  1. du hast vollkommen recht.
    eigentlich komisch dass wir alle immer dieselben fragen gestellt kriegen, oder?

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  2. Ja schon. Frage mich auch woran das liegt o.O

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